Created on Thursday, 14 January 2010 18:16
Last Updated on Monday, 05 May 2014 06:24
Written by Administrator
Hits: 6388
Fischer und Umwelt

 

Woher kommen die Meerforellen im Bereich der Flensburger Förde? Nicht ausschließlich von den Dänischen Inseln oder aus den Auen unseres nördlichsten Bundeslandes. Lesen Sie hierzu doch bitte den hier abgedruckten Artikel des Flensburger Tageblatts vom 07. Juni 2005. 

 

Beitrag zum Erhalt des Kulturgutes „Fischerei“


Zum dritten Mal in Folge hat der FFV einjährige Setzlinge in die Langballigau eingesetzt und damit, so der Vorsitzende Horst Dieter Hansen, einen Beitrag zum Erhalt, zur Förderung und zur Bestandspflege des Kulturgutes „Fischerei“ geleistet. „Wir müssen für Nachschub sorgen“, sagte der Vorsitzende, als er die Schleuse des Wassertanks öffnete. Ein Strom von zehn bis zwölf Zentimeter großen Meerforellen ergoss sich in die Au, tummelte sich am Grund und färbte das Wasser dunkel. Rund 3500 Euro investiert der Flensburger Fischereiverein in die diesjährige Bestandsmaßnahme, „unser Beitrag zum Erhalt und zur Stärkung des Meerforellenbestandes in der Flensburger Förde“, betont Horst Dieter Hansen.

Und die Fische werden nicht irgendwo ins Wasser gebracht. „Von den rund 10 000 einjährigen Meerforellen, die aus einer Aufzuchtsanstalt in Dänemark kommen, werden jeweils ein Drittel in der Krusau (Anmerkung des Unterzeichners: fließt bei Flensburg in die Förde), in der Schwennau (Anmerkung des Unterzeichners: fließt bei Glücksburg, Ortsteil Sandwig, beim dortigen Campingplatz ... in der Wathose ist auch dort vor der Uferpromenade oft ein tolles Fischen mit der Fliegenrute möglich ...in die Förde) und in der Langballigau (Anmerkung des Unterzeichners: befindet sich im Außenbereich der Flensburger Förde, endliche Kilometer nördlich entfernt vom Hot Spot „Habernis“ ) ausgesetzt.“ Vor fünf Jahren hat der Flensburger Fischereiverein mit den Besatzmaßnahmen begonnen. „Der Erfolg sie nicht ausgeblieben“, so der Vorsitzende.

Tatsächlich sind mehr Forellen gefangen worden als in den Jahren zuvor. Die Nebenerwerbsfischer aus Langballigau hatten beim Fischereiverein angeregt, neben der Krusau und Schwennau auch in der Langballigau eine Besatzmaßnahme zu realisieren. Die Bedingungen dafür seien günstig. Die Langballigau ist sauberer geworden, sie war schon immer ein beliebter Laichplatz, und die Fischer hoffen, dass die Forellen in zwei oder drei Jahren in der Langballig Au laichen. Bereits vor 125 Jahren hat die Langballigauer Fischereigenossenschaft die günstigen Aufzuchtsbedingungen in der Au genützt.

Die von der Genossenschaft gegründete Lachsforellen-Brutanstalt hat damals in einem ersten Versuch rund 12 000 Eier ausgesetzt, mit Erfolg, wie es in den Protokollen nachzulesen ist. Allerdings hat die „wilde Fischerei“ in den folgenden Jahren den Forellen keine Ruhe zum Laichen gelassen, der Bestand reduzierte sich. Heute sei er zwar wieder gut, so Hansen, aber der Fischereiverein sei bestrebt, ihn noch zu verbessern. Die Meerforellen-Setzlinge, die ausgesetzt wurden, sind zwar klein. Die zirka 30 Gramm schweren Fische haben aber nach den Erfahrungen eine größere Überlebenschance. Die Winzlinge werden in sechs bis sieben Jahren das stolze Gewicht von bis zu 15 Kilo haben und sind wegen ihres Geschmacks begehrt.




Petri Heil